Große Hitze: Billige Klimageräte oft kein guter Kauf
Vorsicht bei Schnäppchen, Wundertechnologien und Fakeshops
Gerade an heißen Tagen locken zahlreiche Angebote für Klimageräte und versprechen schnelle Abkühlung zu günstigen Preisen. „Wir beobachten zunehmend Angebote, die zum spontanen Kauf verleiten, ihre Werbeversprechen in der Praxis jedoch kaum einhalten können“, sagt Dirk Mobers, Energieberater der Verbraucherzentrale NRW in Lennestadt. Worauf bei Auswahl und Kauf zu achten ist, hat die Verbraucherzentrale NRW in fünf Tipps zusammengestellt.
Kein Mini-Klimagerät kühlt einen ganzen Raum
Verbraucher:innen sollten vorab klären, wofür das Gerät angeschafft werden soll. Muss ein ganzer Raum gekühlt werden? Dann sollte das Gerät mindestens 60 Watt pro Quadratmeter Kühlleistung haben. Geht es nur darum, einer Person - zum Beispiel direkt am Arbeitsplatz – unmittelbar Abkühlung zu verschaffen? Dann ist oft ein Ventilator die bessere Wahl. Der hat zwar keine Kühlleistung, aber die bewegte Luft verschafft Abkühlung und der Stromverbrauch ist gering.
Wärme verschwindet nicht einfach
Wichtig ist zu prüfen, mit welcher Technik das Gerät die Raumluft kühlt – oder kühlen soll. Es gibt allerdings keine Wundertechnologie, die Wärme einfach verschwinden lässt. Das sind Versprechen, die nicht erfüllt werden können. Grundsätzlich gibt es zwei technische Möglichkeiten: Entweder entzieht das Gerät der Raumluft Wärme und gibt sie außerhalb des Gebäudes wieder ab (Prinzip Klimaanlage), oder es wird Wasser vernebelt, das der Raumluft Wärme entzieht (Prinzip Luftbefeuchter). Bei Klimaanlagen sollte drauf geachtet werden, dass die entzogene Wärme mit einem Schlauch (Monoblock) oder einem separaten Anlagenteil (Split-Unit) nach außen transportiert wird. Anderenfalls bleibt die Wärme im Raum und der Kühleffekt ist gleich Null.
Luftbefeuchter: Einfache Kühlung, herausfordernde Handhabung
Bei Luftbefeuchtern sollten Verbraucher:innen unbedingt auf die Warnhinweise und Reinigungsanforderungen der Hersteller achten. Manche Gerätehersteller raten zu einem wöchentlichen Wassertausch und der Reinigung mit Essig oder Zitronensäure. Andernfalls könnten sich Bakterien wie zum Beispiel Legionellen vermehren und die Gesundheit gefährden.
Sind Produkt und Anbieter seriös?
Fehlen technische Angaben wie die elektrische Leistung oder ist die Produktbeschreibung unverständlich? Dann sollten Verbraucher:innen besser auf eine Bestellung verzichten. Ein Indiz für Seriosität kann ein deutscher Firmenname mit einer „de“-Websiteadresse sein – garantiert ist das aber nicht. Auch wenn alles stimmig klingt, sollte man das Impressum und die hinterlegten Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) prüfen.
Fakecheck und gemeldete Onlineshops
Ob es sich bei den Anbietern um einen Fakeshop handelt, können Verbraucher:innen mit dem Fakeshopfinder der Verbraucherzentrale herausfinden: https://www.verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder-71560
Eine Liste mit gemeldeten Anbietern, die über ihre Herkunft täuschen, findet sich auf den Seiten der Verbraucherzentrale Hamburg:
https://www.vzhh.de/themen/einkauf-reise-freizeit/einkauf-online-shopping/china-shops-guenstig-online-shoppen
Weiterführende Informationen:
• Was hilft gegen Hitze zu Hause: https://www.verbraucherzentrale.nrw/node/27952
• Fakeshops erkennen? https://www.verbraucherzentrale.nrw/node/13166
• Schon bestellt? Hier geht’s zum Notfallcheck: https://www.verbraucherzentrale.nrw/node/104791
Für weitere Informationen
Beratungsstelle Lennestadt
Verbraucherzentrale NRW e.V.
Dirk Mobers | Energieberater
Hundemstraße 29, 57368 Lennestadt
T 02723 7195720
www.verbraucherzentrale.nrw